Zurück nach Hause - Ein Abschied, Tränen und neuer Tatendrang
Schnipp- schnapp und doch nix ab.
Viel ist passiert und zu meiner langanhaltenden Schreibfaulheit, kommen nun noch Erinnerungslücken, sodass es mir schwer fällt niederzuschreiben, was die letzte Wochen geschehen ist.
Eins jedoch ist kaum zu vergessen denn es begegnet mir jeden Morgen im Spiegel.
Meine Haare brauchten eine krasse Veränderung und so… so sehe ich jetzt aus :)
Zugegebener Maßen, nun sitze ich grade im Bus nach Hause ins schöne Aurich und bin erfüllt mit Abschiedsgedanken und lasse vieles Revue passieren.
Die letzten Wochen waren ziemlich ereignisreich, in vieler Hinsicht. Auf der Arbeit gab es ziemlich Knatsch, da ich endlich mal angesprochen habe, was mich so stört und feststellen musste, dass es gewissen Personen ziemlich schwer fiel mit "deutscher" Direktheit umzugehen.
Negative Punkte zu erwähnen ist nicht erwünscht und es brauchte seine Zeit um wieder auf ne grüne Basis zugelangen. Doch das gelang dann auch. :)
Die letzten Wochen im Youth Debate Club waren ziemlich amüsant und interessant, meine Schüler durften sich abwechselnd Themen aussuchen und so redeten wir über Alkohol, Religion, Geschichtliche Aufarbeitung und spielten einmal nur. Vor zwei Tagen, traf ich dann meine Gruppe das letzte Mal und musste schon ziemlich schlucken, irgendwie ist einem dann doch jeder auf seine Art nahe gekommen. Sei es Adrian, der Tollpatsch der Gruppe, der kaum Englisch spricht und andauernd alles falsch versteht, und mindestens fünf Mal die Stunde sich dafür entschuldigt, dass er kein Englisch spricht.
Kuba, der schöne aufstrebende Rechtsanwalt, trägt seine Haare in wilden Locken zu einem angehauchten Irokesen Schnitt und lief immer mit mir zur Bushaltestelle. Die beiden Computerfreaks, deren Namen ich immer noch nicht beherrsche, die immer im Zwillingspack auftreten und mit einer Zunge reden. Konrad, der klassische Musik liebende Konservative. Michal, der wenn man ihn lassen würde problemlos jede meiner Atempausen und mehr füllt. Und die Diplomatischen Mädels, welche für alles Kompromisse finden.
Ja, die werden fehlen. Zum Abschied backte ich einen Schokoladenkuchen und sie übereichten mir einen tollen Füller und ein Gesamtbild. Ich hätte nie gedacht, dass mir das so nahe geht.
Am 30. zog ich mit Sack und Pack zu Elspeth (englische Polnischkurs Leidensgenossin) und Eliza in die WG in Kattowitz, da die Miete für nur 12 Tage in meiner Wohnung zu teuer geworden wäre.
Wir hatten eine unheimliche tolle Zeit, und genossen es alle abends zusammen zu kochen, von einem Freundlichen Hallo begrüßt zu werden, wenn wir nach Hause kamen und unternahmen viel zusammen.
Das erste Wochenende zusammen war am ereignisreichten. am Freitagabend, hatten wir die Polizei im Haus, da eine verrückte Nachbarin drohte unsere Tür zu zerhämmern, da wir anscheinend Ruhestörung betrieben hatten. (Els und ich lasen auf unseren Betten und Eliza schaute mit ihrem Freund einen Film).
Die Polizei kam und klärte die Situation schnell auf.
Am Samstag ging es Matti (Elizas Freund) so schlecht, dass wir in der Nacht den Krankenwagen rufen mussten, der mit Tütata um die Ecke gesaust kam.
Langweilig war es also wirklich nicht.
Am zweiten Wochenende fuhren Elspeth und ich dann in die STADT Auschwitz, um dort mit Freunden in der Gegend wandern zu gehen. Für viele mag das komisch klingen , aber die Stadt hat keinen Bezug zum Camp und ist sehr süß und aufgrund des jüdischen Hintergrundes sehr interessant und sehenswert.
Wir fuhren dann mit Freunden in die nahe gelegenen Berge und liefen los, als nach 20 Minuten bergab, der Weg , der weitere fünf Kilometer steil bergab ging zu übersehen war, und es klar war, dass wir dieses alles wieder hochkraxeln müssen, verloren die polnischen Mitwanderern urplötzlich die Wanderlaune und wir gingen stattdessen lieber in die schicke traditionelle Bergraststätte. Dort gab es sage und schreibe von 50 Gerichten, zwei vegetarische :). Es war aber eine sehr schöner Tag und Abends fuhren wir ermüdet mit dem Zug zurück nach Kattowitz.
Danach verflog die Zeit mit Mopsgeschwindigkeit und bald brach das letzte Wochenende kam, an dem meine liebe Eva, aus Hamburg mich noch auf den letzten Drücker besuchen kam. Es war sehr schön, wir fuhren am Samstag nach Krakau und bummelten, genossen die Atmosphäre und gaben viel zu viel Geld aus.
Dann standen ganz viele Verabschiedungen bevor und Sonntagabend traf ich mich mit den engsten Freunden ein letztes Mal im goldenen Esel zum Abendessen. Eine tolle Überraschung war, dass ich von dem Lokal ein T-Shirt mit dem Restaurant Emblem geschenkt bekam. Schließlich war ich neun Monate Stammgast.
Am Montag hieß es dann so richtig Abschied nehmen. Erst in die Schule und dann zur Uni.
Das fiel schon sehr schwer und ich musste mich ziemlich zusammenreißen.
Doch die Katastrophe begann erst, als Eva und ich unsre Sachen ins Taxi verfrachteten und im Stadtverkehr bemerkten, dass sie ihr Ticket liegen gelassen hat. Ich wurde am Bahnhof rausgeschmissen und sie fuhr weiter, das Ticket war mittlerweile aufgetaucht.. dafür bemerkten wir später, dass sie ihre Kunstmappe, ein riesen Ding, in der Wohnung vergessen hatte. Sehr ärgerlich, da sie die für eine Aufnahmeprüfung in Leipzig Brauchte. So hetzte Elspeth schnell nach Hause und ich schmuggelte sie erfolgreich in zwischen mein 70 Kilo Übergepäck noch dazwischen, zum Glück ging das alles gut. Aber ich war völlig fertig mit den Nerven.
Beim endgültigen Abschied rollten dann auch so einige Tränen und ich merkte, wie viel mir dieses Fleckchen Polen doch bedeutetet hat und wird..
Dieser Eintrag ist veraltet :) Nu sind meine Haare schon wieder kurz und ich war zwei Monate in Mexico , USA und studiere nun in Wien, doch dazu später mehr...








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