Zungenbrecher und viele merkwürdige Begegnungen
Mittwoch 07-11-07
Nachdem Sprachkurs, indem uns ein kommender Test angekündet wurde, traf ich mich mit Ola zum Tandemmeeting. Bei riesigen heißen Kaffeebechern im köstlichen Costas Coffee half ich ihr ihren Bewerbungstext zu korrigieren. Das war gar nicht so einfach, weil es oft Sprachnuancen waren, die sich schwer übersetzten ließen. Aber wir schafften es und übten noch ein wenig polnische Zungenbrecher. Falls jemand üben möchte : “W Szczebrzeszynie chrzasz brzmi w trzcinie, a Szczebrzeszyn z tego slynie”.. ähm ja genau.. Polnisch klingt ein wenig so, als würde man versuchen in einem alten Radio einen Sender suchen. :-) Aber trotzdem schöne Sprache. Auf dem Rückweg lernte ich durch Zufall eine Studentin kennen (sie hatte als Au-pair in Deutschland gearbeitet), die auch in meinem Block wohnt und fand meinen dritten Tandempartner.
Wieder Zuhause musste ich mich zum wiederholten Mal mit der Empfangsdame über meine Ausweispapiere unterhalten. Es fehlt irgendeine Nummer, die auf den polnischen Papieren existiert, bei mir aber nicht und da jeden Tag eine andere Empfangsdame den Posten schmeißt, habe ich das Vergnügen mich jeden Abend aufs Neue zu erklären. Aber so kenne ich langsam Leute im Haus kennen, denn nach gewisser Zeit wird immer ein vorbeilaufender Student zum dolmetschen gezwungen :-).
Abends als ich mich grade genüsslich meiner neuen Sucht (dem Roman “Teerose” sehr zu empfehlen) widmete, hörte ich Gitarrenmusik vor meiner Tür. In rosa Schlafanzughose und verstrubbelten Haaren öffnete ich meine Tür, ohne mir viel Gedanken zu machen. Dort fand ich zwei Mitbewohner, die im Flur Gitarre spielten. Einmal draußen konnte ich natürlich nicht zurück, wurde in die Runde eingeladen und saß nun, was mir leicht peinlich war, in Schlafanzughose mit meinen ersten Hausbekanntschaften auf dem Flur. Dass ich meine Socken mit Elchköpfen anhatte, entspannte mich nicht grade :-). Es wurde aber trotzdem ganz schön und ich wurde zu meiner ersten Party im hauseigenen Club “Antidotum” eingeladen.
Um halb zwölf wurde ich erneut durch meine Türklingel von einem spannenden Kapitel weggelöst. Es waren zwei weitere Mitbewohner, die eine Unterschriftensammlung machten, gegen die dauernden Internetprobleme meines Hauses. Super Idee, aber warum mitten in der Nacht ? Ich glaub das Leben hier könnte interessant werden…









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