Was sich in einer Woche alles tun kann
Es ist Sonntag, der 10.02.2008, und etwas mehr als eine Woche meines EVS habe ich geschafft. Nach dem schönen Wochenende in Fulnek bei meiner Freundin bin ich am Montagfrüh das erste Mal zu meiner Einsatzstelle der Organisation FILIA gefahren. Voller Erwartungen und auch ein wenig zornig wegen meiner Wohnsituation. Um 09:30 oder so war ich da und als erstes habe ich mich allen einmal vorgestellt. Ich war sehr erleichtert, als ich gemerkt habe, dass alle voll nett waren. Habe mich auch tierisch gefreut, Katerina aus Griechenland wieder zu sehen.
Schon nach kurzer Zeit habe ich es geschafft, mich in Englisch mit einigen Betreuern und Klienten zu unterhalten. Nachmittag war dann das Gespräch mit meiner neuen Chefin. Wir unterhielten uns über die finanziellen Sachen und über die Aufgaben, die mich in Zukunft erwarten. Na ja, alles eher bissi BlaBla als konstruktiv aber egal. 15:30 war dann auch schon mein erster Feierabend und damit ich noch einige Sachen im Studentenwohnheim klären konnte, habe ich Lukáš gebeten mitzukommen um für mich den Übersetzter zu spielen. Die schlechteste Nachricht dieses Tages war: „Internet können nur Studenten bekommen mit einer Studentennummer.“ Na Toll! Ganz allein in dem scheiß Wohnheim ohne Internet. War mein erster Gedanke. Na ja, werd’s überleben. Hoffe ich!
Am zweiten Tag habe ich dann meine ganze Wohnsituation Katerina geschildert und sie meinte, dass sie privat bei einer Frau Kaplanová wohne und da wäre noch ein Zimmer frei. Sie wollte mal fragen ob ich es haben durfte. „Wäre cool.“ dachte ich als erstes, immerhin in einer WG mit meiner Arbeitskollegin wohnen klingt ja schon mal nicht schlecht, da sie sich ja hier schon ein wenig auskennt und ich mich da sicher bissi mit ranhängen kann. Am 2. Arbeitstag habe ich angefangen einen Drahtkorb zu flechten. Na ja, ist nicht unbedingt toll, aber es vertreibt mir die Zeit ein wenig.
Tag 3 begann wie Tag 2. Ich war mal wieder viel zu früh. Typisch deutsch halt und es regnete auch noch. An diesem Tag habe ich mit einigen Klienten und Lukáš begonnen, ein Modell Indianerlager aus getrockneten Holzstäbchen und Draht zu basteln. „Wie laaaaangweilig.“ Nachmittags habe ich dann begonnen, meine Memory-Spiele auszuschneiden. Hatte mir ja letztes Jahr einige Memoryspiele in Deutsch-Tschechisch gekauft und damit man mit denen spielen kann, muss man Sie ausschneiden. Das war dann auch schon alles, was ich an Tag 3 auf der Arbeit gemacht habe. Na ja, bis auf das viele Englisch BlaBla *grins*
Abends im Wohnheim bestand meine Aufgabe wieder darin, mich zu überwinden, duschen zu gehen. Grund? Es war oder besser ist so was von saudreckig da, das kann man sich nicht vorstellen. Da bekommt man vom daran Denken schon Fußpilz und andere Krankheiten. Tag 4 würde ich überschreiben mit „Die große Wende“. Vormittags ist wieder mal nichts Besonderes passiert. Habe am PC einen Blumenkatalog erstellt mit 100 Blumen. Katerina sagte mir, dass ich am Abend gern bei Frau Kaplanová vorbeikommen dürfe. Ich hätte eine gute Chance, dass ich das Zimmer bekommen kann. Sie würde sogar mit dem Preis runter gehen.
Nachmittag nach dem Mittagessen gegen 2 ist endlich meine Freundin gekommen, damit wir einiges abklären können. Wir hatten dann auch gleich das Gespräch mit meiner Chefin, wo wieder viel BlaBla gemacht wurde und nicht viel rauskam. Sie weigerte sich wieder, mir Geld für die Wohnung mehr zu geben und erklärte mir, wie ich das mit dem Essensgeld und den Kassenzetteln machen müsse. Ich brauche auf jedem Kassenzettel einen extra Firmenstempel. Wie überflüssig, wenn ich das mal so behaupten darf. Is doch voll peinlich, wenn ich für zwei Semmeln, die ca. 40 Cent kosten, einen Stempel verlangen muss. Na ja, wenn die meinen. Auch das Geld für die Anreise ist so ne Geschichte. Eigentlich hieß es im Vorfeld, ich soll mir ein Bahnangebot holen und würde dann das Geld bekommen was da drauf steht. Sind ca. 100 €. Nun muss ich auf einmal einen KFZ-Schein bringen, in dem steht, wie viel das Auto verbraucht, damit ich dann das abgerechnet bekomme. Wie unfair! Erstmal gibt es keinen KfZ-Schein, in dem der Verbrauch steht und zweitens war alles anders abgemacht! Na ja, so isses halt, wenn die Aufnahmeorganisation an den EVSlern verdienen will!
Nach der Arbeit habe ich dann mein erstes Tschechisches Konto eröffnet. Sogar mit VISA-Card. Danach sind wir zu Frau Kaplanová gefahren und ich war begeistert. Das Zimmer ist super, die Frau ist super und es passt einfach alles. Das Zimmer ist gekauft, dacht ich mir. Und so war es dann auch. Ich durfte schon am Freitag einziehen.
Tag 3 war wieder nicht mehr ganz so spektakulär. Vormittags habe ich meine dritte Monatskarte für den Stadtverkehr geholt und Nachmittag waren wir mit den Klienten im Schwimmbad. Nach der Arbeit bin ich dann mit Katerina und 2 großen Koffern in mein neues Heim gefahren.
Am Samstag bin ich um 11 in mein altes Zimmer im Studentenwohnheim gefahren um meine ganzen restlichen Sachen zusammen zu packen. Um halb 12 ist dann ein Typ mit einem Transporter gekommen um all mein Zeug in die neue Wohnung zu fahren. Am Abend ist dann nicht mehr viel passiert. War ganz froh, bissi Zeit für Ruhe und Entspannung zu haben. Heute werde ich auch nicht mehr all zu viel machen. Bissi Lesen denke ich. Und jetzt erstmal um das Mittagessen kümmern. Liebe Grüße aus Brno






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