Von wispernden Tramgleisen und dem Abendteuer „Polnischer Straßenverkehr“
3. bis 5. November
Samstag und Sonntag verliefen recht unspektakulär. Da niemand da war, verbrachte ich ’nen Großteil der Zeit damit, die Umgebung zu erkunden und Sachen zu erledigen, die sich schon eine Weile angehäuft hatten: Vorbereitung für den kommenden Workshop, Karteikasten basteln, Artikel für Schülerzeitung schreiben und Vokabeln lernen. Das Wetter wird nun auch langsam winterlich. Es ist schon richtig kalt und regnet. Am Montag traf ich dann Ivonna nach langer Zeit wieder mal und es gab wie immer tausend Sachen zu regeln. Doch ich hatte auch ein paar Sachen, die nicht so einfach anzusprechen waren. Erstens bat ich sie um mehr Unterstützung Im Youth Debate Club, jetzt wo ich alleine Leiterin bin, wünsche ich mir ein bisschen Anleitung. Sie hat das verstanden und wir machten zusammen einen Plan. Während ich sprach, schaut sie mich immer ganz erschrocken an, sobald mein Ton ernst wurde, weil sie sich dann glaube ich so konzentriert, wegen dem English. Ein bisschen unheimlich. :) Außerdem bat ich sie, in Zukunft mit mir Polnisch zu sprechen oder zu versuchen, damit hatte sie sichtlich kein Problem, sie legte sofort los und Jannika, na die verstand nur Bahnhof. Ist gar nicht so einfach, sich zu zwingen Polnisch zu sprechen, wenn man eine Sprache hat, in der man sich ohne Probleme verständigen kann.
Ansonsten war der Tag sehr lang, den abends hatte ich noch ein Tandem Meeting mit meiner zweiten Partnerin in Sosnowiec. Dabei lernte ich noch einen tollen versteckten Studentenpub kennen und es war sehr lustig. Ich half ihr bei der Übersetzung eines Dokumentes und lernet ein paar neue Vokabeln bei heißer Schokolade.
Abenteuer: Polnischer Straßenverkehr
Spät war ich dann wieder Zuhause und ziemlich erschöpft. Denn immer die ganze Zeit zwischen drei Städten zu pendeln, ist bei Polens Transportsystem kein Zuckerschlecken, sondern ein energiefressendes Untertreiben. Manchmal bleibt mir echt das Herz stehen, wenn ein Tram wie wild anfängt zu hupen, weil der Fähre mit Gewalt die Autos zum Stoppen bringen will, um seine Vorfahrt durchzusetzen oder ein Busfahrer meint wirklich jedem Bordstein persönlich „Guten Morgen“ zu sagen. Hinzukommt, dass keine Haltestellen angezeigt werden und alles überfüllt ist.
Doch wie gesagt, in den Bussen trifft man sich in Polen und man kann interessante Sachen beobachten. So bekreuzigen sich alle paar Minuten deine Mitfahrer, nämlich wenn man an einer Kirche vorbeifährt. Dabei, hat man mir erklärt, muss man aber aufpassen, was für eine Kirche das ist, Orthodox, Katholisch…, damit man auch seine Glaubensrichtung erwischt. Mit Schlafen oder Luftschnappen ist es also wirklich nichts, das ist harte Konzentrationsprobe.
Ganz witzig ist auch, dass man oft ganz merkwürdige Stimmen und Geräusche aus den Bahnschienen der Trams hört, ziemlich gruselig wenn man so im Dunkeln an der Haltestelle wartet. Ziemlich originell finde ich auch, dass man öfter sieht, wie der Tramfahrer aussteigt, um die Gleise per Hand umzulegen.









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