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Tagebücher

Hurra, mein Schwesterchen ist da.

30. Oktober 2007

Mittwoch 24.10 HURRA HURRA Meine Schwesterchen ist da… Mein Paulchen kam heute ganz früh in Kattowice an, mit einem Koffer, der halb voll mit Leckereien für mich war (Nussecken, Baseler Leckerlie, Haribo, Schokolade, Bücher etc…). Als ich sie in den Arm nahm, merkte ich erst, dass mir das gefehlt hatte und wie schön es ist, jemanden sehr Vertrauten ab und zu in den Arm zu nehmen. Wir frühstückten bei Klatsch und Tratsch in Costas Caffe besuchten dann den Sprachkurs und aßen - wie sollte es anders sein -in meinem Veggie Restaurant „Goldener Esel“.

25. -28.10 Heimlich, still und leise floh er nachts um zwölfe - Bedzin bei Nacht, eine Erfahrung, die nach Wiederholung schreit - Krakau, ist fällig!

Am Donnerstag, kamen leider nur zwei Leute zum Youth Debate Club, sodass ich froh war, dass das Showteam von Ania kurzfristig abgesagt hatte, sonst wäre es ziemlich peinlich geworden.  Dann zettelte ich ein Krisengespräch mit Jérémie, Ania und Eni an, da ich der Meinung war, dass es an der Zeit wäre, ihnen endlich mal mitzuteilen, dass er vor hat abzureisen. Das verlief äußerst schleppend und im Nachhinein hatten wir das Gefühl, dass er vorgehabt hatte, einfach ohne ein Wort abzudüsen.

Kleiner Ausschnitt (denn es war auch witzig) nach zwei Minuten erwartungsvollem Anschweigen Jérémies:

Eni : “ Well, so Jérémie don´t you think you should give yourself and your project a bit more time to develop?“ SILENCE Jé: “Well, actually I don’t think so!” Jannika: “What do you mean, you don’t think generally or just not like Eni?” Jé: “Well both, I think.“ In Krakau begnet man bunten Gestalten In Krakau begnet man bunten Gestalten Das Ganze ging so weiter, Eni und Ania waren ziemlich geschockt, dass er vorhat zu gehen, da er zuvor noch nie etwas gegenüber ihnen erwähnt hatte. Wir versuchten mit ihm nach Lösungen zu suchen, doch er wollte seine Entscheidung alleine Fällen. Und meinte er brauch noch Zeit. Im Nachhinein denke ich, er hatte sich schon längst entschieden, denn er schrieb uns an dem Abend per SMS, dass er Samstagfrüh den ersten Flieger nimmt. Paulchen und ich schauten uns noch Sosnowiec (von Paula als Schonwschnowitz ausgesprochen) an und gingen zusammen essen. Blöderweise nahmen wir dann den falschen Bus, verpassten den nächsten und mussten in der Dunkelheit nach Hause laufen.

Am Freitag machten wir uns ganz früh in das Herz Polens auf, denn wir hatten einen Tagestrip nach Krakau geplant. Nachdem unser Zug eine halbe Stunde vergeblich versucht hatte zu starten, kamen wir dann bei schönstem Sonnenschein in Krakau an. Wir stromerten über den Rynek, bewunderten die alten Pferdekutschen, aßen Pierrogie in einer kleinen Polnischen Küche, hörten den Straßenmusikern zu und folgten ein wenig den Insidertipps einer Bekannten Tanja vom On-Arrival-Training.Tolle riesen Moccakaffees in Costas Café Tolle riesen Moccakaffees in Costas Café

So entdeckten wir zum Beispiel „Punkt“, einen kleinen Laden, in dem Designstudenten selbst genähte, verrückte Kleidungsstücke ausstellen . In der Cloth Hall, meisterten wir einige Enscheidungsschwierigkeiten, als wir ein Schaffell aussuchten mussten, denn entweder hatten sie Paula zu viel oder zu wenig Haut, oder das Fell war wie Paula sagte „borstig.“ Wir managten das jedoch am Ende und wollten uns in einem tollen Eis-Café erholen.

Doch wir wurden schmerzhaft Zeuge des Sprichwortes „Don’t judge a book by ist cover”. Denn die deliziöse äußere Erscheinung des Kuchens verhüllte einen uralten, pappigen und trockenen Inhalt. Ich versuchte, mich mit meinen paar Brocken Polnisch zu beschweren. Ich sagt soviel wie „Der Kuchen ist sehr alt, sehr sehr alt, mag ich nicht, esse ich nicht, bezahl ich nicht.“ Was mein Gegenüber erwiderte kann ich leider nicht wiedergeben, wir verließen jedoch das Café ohne Kuchen und ohne zu bezahlen und ein bisschen stolz. Wir suchten uns ein anderes Cafe, direkt am Rynek, wo wir leckeres Eis bekamen und viele bunte Gestalten beobachten konnten.

Auf dem Weg zurück mussten wir um eine Fahrkarte zu kaufen, eine Dreiviertel Stunde an der einzigen Kasse am Krakauer Hauptbahnhof anstehen. In Polen lernt man echt das „Warten“. In Bedzin angekommen nahmen wir - weil es so schön war - noch mal den falschen Bus, wobei es nicht meine Schuld war. Ich fragte den Busfahrer immer, ob er zu meiner Haltstelle fahre und bekam immer „tak, tak zawse“ als Antwort, also „ja, ja immer“. So warteten wir das zweite Mal in Folge ne Dreiviertel Stunde im Stockdunkeln vor einem kleinen Shop auf den nächsten Bus. Reichlich durchgefroren kamen wir in meiner Wohnung an, die wir leer vorfanden. Genießer-Schwestern-Tag Genießer-Schwestern-Tag

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