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Tagebücher

Fünf Tage in Warschau

29. Oktober 2007

19. bis 23. Oktober 2007 : On Arrival Training: fünf Tage in der Hauptstadt Warschau - Deutschland und Frankreich im Kopf an Kopfrennen

Mein On Arrival-Training in Warschau, begann mit einer ätzend langen Zugfahrt und in Warschau angekommen, empfingen uns minus zehn Grad und Nieselregen. So waren wir froh unsere Jugendherberge gefunden zu haben und uns bei warmen Kaffee aufzuwärmen. So langsam trudelte die Truppe Freiwilliger aus ganz Polen ein, wobei eine ganz klare deutsch-französische Dominanz erkennbar war. Besonders freute ich mich Diana, die ich schon von meinem Predeapturetraining kannte, wiederzutreffen. Im wunderschönen Park... bestaunten wir zauberhafte Skulpturen Im wunderschönen Park... bestaunten wir zauberhafte Skulpturen Die Stimmung war sofort klasse, es wurde ausgetauscht, geschnackt und dann trafen wir uns zu unserem ersten Meeting mit unseren Seminarleitern: Wojtek (Pole) und Michael (Deutscher). Die Themenbereiche wurden meistens Bilingual (Polnisch/Deutsch) präsentiert, wobei ich überrascht war, wie viel ich auf Polnisch schon mitbekommen konnte. Toll war, dass das gesamte Seminar von vornherein auf unseren Bedürfnissen aufgebaut wurde. Auch die Jugendherberge war super, toll gelegen an zwei superschönen großen Parks, die wir in der Mittagspause zum Spazieren gehen nutzen, und wir wurden mit Tee, Kaffee, Kuchen und polnischen Spezialitäten verwöhnt. Abends gingen wir dann als gemischte Gruppe zu einem Filmfestival und schauten einen sehr interessanten, wenn auch typisch französischen Film mit englischen Untertiteln. Auf dem Weg zur Bahn, trafen wir ein polnisches Trio, die uns in einen sehr schicken Club entführten. Einer der Polen schleuste ein paar Leute (mich eingeschlossen) in einen abgetrennten privaten Sektor. Dort sang vor sehr elegantem Publikum eine aufgetakelte, künstliche polnische Sängern, Doda, die mir als die “Britney Spears” von Polen vorgestellt wurde. Ich hatte noch nie von ihr gehört, doch wenn ich jetzt hier in Kattowice durch die Stadt laufe, strahlt mir ihr in Szene gesetztes Dekolleté von jeder Litfasssäule entgegen. Ein weiteres Highlight war Jérémie, der die gesamte Gruppe mit seinem sehr individuellen Tanzstil unterhielt, auch die Polinnen waren recht angetan…

Tanja und ich, sie macht einen Freiwilligendienst in Danzig und hat schon in Krakau gelebt und mir tolle Insidertipps gegeben. Tanja und ich, sie macht einen Freiwilligendienst in Danzig und hat schon in Krakau gelebt und mir tolle Insidertipps gegeben.

Samstag verbrachten wir als Gruppe, wobei uns wirklich mit abwechslungsreichen “Energizern” mach energielose Phase überbrückt wurde. Die Themen waren sehr interessant, so wurde uns zum Beispiel ein Einblick in die polnische Parteipolitik und Atmosphäre gewährt, sodass wir am Sonntag nicht ganz unbeleckt die Wahl mitverfolgen konnten. Abends wurden wir dann noch mit eine gigantischen polnischen Dinner überrascht. Es gab vier Gänge, einer leckerer als der andere und wir kugelten aus dem Restaurant, um noch ein paar gemütliche kleine Bars Warschaus zu erkunden.

Der Park neben unserer Jugendherberge Der Park neben unserer Jugendherberge Sas Museum beindruckte durch seine Vielfalt an Materialien. Sas Museum beindruckte durch seine Vielfalt an Materialien. Der Sonntag begann mit einem Besuch im Museum über den zweiten Weltkrieg und speziell den Warschauer aufstand. Wir verbachten drei Stunden dort und ich als Museumsmuffel muss zugeben, es war wirklich interessant und genießbar. Sehr detailliert und visuell veranschaulicht, mit privaten Anekdoten und auch verblüffenden und erschreckenden Einblicken. Zum Beispiel war ein zerfetztes Stück Pappe ausgestellt, dass der Überrest eines Gedichtes war. Eine kleine Tochter hatte es ihrem Vater geschickt, da er es in seiner Brusttasche bei sich trug, rettete es ihm das Leben, indem es den Einschluss einer Kugel milderte. Nachmittags erkundeten wir in Kleingruppen die Stadt und verschiedene Bereiche der polnischen Kultur. Ich nahm in der Gruppe “MY Warsaw” teil, wir fragten Leute nach ihrem Lieblingsplätzen in ihrer Stadt und entdeckten so einen superschönen kleinen Indi- Shop, den alten Rynek, und machten einen Spaziergang am Fluss entlang zu einer bekannten Skulptur, einer starken Meerjungfrau, einem Wahrzeichen Warschaus. Wir lernten sehr nette Leute kennen und schön fand ich auch, dass mir noch einige Ecken der Altstadt von meinem ersten Besuch (mit zwölf) bekannt vorkamen. Abends verfolgten wir die polnischen Wahlergebnisse und freuten uns mit unseren Betreuern über den Ausgang.

Auch Warschaus Wolkenkratzter können durchaus ihren Charme entwickeln. Auch Warschaus Wolkenkratzter können durchaus ihren Charme entwickeln.

Montag wurden noch mal viel ausgetauscht und diskutiert, wobei ich persönlich sehr viel für mich im Hinblick auf die Sprache daraus gezogen habe. Besonders bleiben mir die Worte von Anna im Ohr: „Mit jedem unversuchten polnischen Satz, vergibst du die Chance, wenigstens ein halbes polnisches Wort aufzuschnappen.” Mein Problem ist nämlich, dass mein Umfeld nur Englisch mit mir spricht und ich nicht das Gefühl habe aktiv zu lernen. Daran versuch ich jetzt was zu ändern, auch wenn ich dafür akzeptieren muss, dass man eben am Anfang keine tolle Diskussion führen kann.

Auch hat man einen objektiveren Blick, auf seine Wohn- und Arbeitssituation gewonnen, da man Vergleiche mit den Anderen anstellen konnte und zu guter letzt hatten wir wieder ein Mal ein superschöne Zeit mit tollen einmaligen Menschen, die ich am liebsten in meine Hosentasche stecken würde. Einen Kleinen Schock bekam ich als Ivonna mir schrieb, dass mein Umzug ins Studentenheim geregelt ist, ich dafür aber nur noch 450 Zloty Anstatt 800 im Monat bekommen würde. Da dies auf keinen Fall mein Kosten decken würde, war ich ein wenig aufgewühlt, doch zum Glück stellte sich alles als ein Missverständnis raus, da nur vom Essensgeld die Rede war und ich nun 750 Zloty insgesamt bekomme. Damit ist mein Umzug nächsten Mittwoch besiegelt und ich muss sagen ich freue mich sehr, grade weil mein noch Mitbewohner dann wohl zu 99 Prozent nicht mehr im Lande ist. So langsam habe ich das Gefühl ein roter Faden oder Fädchen beginnt sich abzuzeichnen und das ist ein Gutes Gefühl.

Wie das letzte Seminar, kam ich auch von diesem voll mit Energie, Tatendrang und gestärktem Rücken zurück und freue mich auf die kommende Zeit.

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