Frische Wäsche, zauberhafte Friedhöfe und Sonneblumenkerne
Donnerstag 1.11.07
Es wird gemütlich, mein Zimmer...
Warum nur, warum nur fühlt sich Mister Chaos bei mir immer so schnell wieder Zuhause...? Mein Zimmer ist kein Chaos Mama, dort herrscht kreative Ordnung! Heute früh genoss ich erst mal meine tolle Dusche und machte mich dann auf die Suche nach der Waschmaschine, von den anderen Studenten hat ich einige Geschichten rund um gescheiterte Versuche gehört, an den Waschmaschinenschlüssel zu gelangen. Doch ich fand sofort eine freie Maschine vor und hatte eher Probleme mit der polnischen Bedienungsanleitung. Nach ’ner halben Stunde Übersetzten, konnt’ ich dann meine Maschine anstellen und erweiterte meinen Wortschatz um die unglaublich wichtigen Vokablen: Spülgang, Baumwolle, Schleudergang.
Nachmittags kam Helge (Deutscher Erasmusstudent von gegenüber) vorbei und wir klönten bei Tee und Sonnenblumenkernen über norddeutsche Tugenden und polnische Familienereignisse. Da kam ostfriesische Gemütlichkeit auf.

Zauberhaft und urig schön, so kann Polen sein. Gegen 18.00 Uhr, es dunkelte grade, machten wir uns auf den Weg zu einem nahe gelegenen Friedhof, denn Allerheiligen wird hier stark zelebriert. Tagsüber sind die Busse voll mit Menschen, die Unmengen an Blumen und Kerzen zu den Gräbern ihrer Verstorbenen bringen und so den ganzen Tag von einem Friedhof zum anderen pendeln.
Die ganze Stadt war wie leergefegt, selbst die berüchtigten hartnäckigen “Delikatesys” blieben heute geschlossen, doch der Weg zum Friedhof war belebt. Überall an den Straßenrändern waren kleine Stände aufgebaut, die Kerzen, Lichter und Blumengestecke in Massen anboten.
So spazierten wir, feierlich und gespannt, in der Dämmerung und ich fand mich ein wenig an die Stimmung des alljährlichen Spaziergang zum Weihnachtsgottesdiensts erinnert.
All Saints day in Polland , unbeschreiblich schön.
Bevor wir den Friedhof erreichten, empfing uns schon ein wahnsinnig warmes Leuchten. Alles war in warmes, flackerndes Kerzenlicht getaucht und überall gingen Familien um für ihre Verstorbenen ein Licht zu entfachen und derer zu gedenken, Es war überwältigend und zauberhaft, wir spazierten zwischen den Gräbern in einem Meer von Lichtern und man roch den Kerzen- und Blumenduft überall und konnte sogar die Wärme der Lichter spüren. Ein Eindruck von Polens religiöser Seite, der mir sicherlich als einmalig in Erinnerung bleiben wird!








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