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Tagebücher

Ein Wochenende in Breslau

25. November 2007

Wochenende in Wroclaw (Breslau), Gentlemans heilende Wirkung und ein Operbesuch

WROCLAW: Laurie, Asia  und ich WROCLAW: Laurie, Asia und ich Freitag früh machten Asia, Laurie und ich uns früh auf den Weg nach Breslau.Nach dreistündiger Zugfahrt kamen wir an und fanden ohne Probleme den Weg zur Wohnung eines Bekannten und einer Bekannten von mir. Denn über Tanja, eine Freiwillige, die ich in Warschau auf dem On-Arrival -Training kennen lernte, hatten wir uns eine kostenfreie Unterkunft organisiert. Andreas, der uns alle nicht kannte, brachte uns in seinem Zimmer unter und wir eilten durch die Innenstadt zur Jahrhundertshalle, wo das Gentleman Konzert stattfinden sollte.

Es war Tag der Freundlichkeit... wie süß ist das Foto bitte: "Lasst alle Eure Herzen frei!" Es war Tag der Freundlichkeit... wie süß ist das Foto bitte: "Lasst alle Eure Herzen frei!"

Gentleman-Konzert

Doch die Eile war unbegründet. Eine Stunde vor Einlass, war kaum eine Schlange, da und als wir dann eingelassen wurden, ergatterten wir super Plätze in der Mitte vor der Bühne direkt an der Barriere: traumhaft. Wir kriegten uns gar nicht mehr ein, da Gentleman in Polen nicht so super bekannt wie in Deutschland, lief das Ganze in recht überschaulichem Rahmen ab Es war einfach Hammer, den Anfang machte eine polnische Band, die ich nicht kannte, die aber ordentlich Stimmung machte. Mittlerweile hatte die Halle sich doch ziemlich gefüllt und es wurde enger. Dann kam Martin Jondo auf die Bühne, ohne Band, nur mit seiner Gitarre spielte er ungefähr 15 Minute. Es war einfach spitze, er griff ein paar alte Bob Marley Classics auf und alle sangen mit, während die Feuerzeuge rausgeholt wurde. Wir hatten einmalige Sicht und es war beeindruckend wie er das Publikum um den Finger wickelte.

Brrr. Kalt is das und windig... aber schön Brrr. Kalt is das und windig... aber schön Eine Krippe..n es weihnachtet! Eine Krippe..n es weihnachtet! Nach einer kleinen Pause kam Gentleman auf die Bühne. Begleitet von seiner Band, und drei Sängerinnen. Zunächst ging er in die erste Reihe, als er einen Meter von uns entfernt stand, bekam ich kaum noch Luft, da man fast zerquetscht wurde. Laurie und Asia ging es nicht anders. Merkwürdig war, dass ich seit einer Woche, durch meine Erkältung kaum etwas auf dem rechten Ohr hörte und immer Watte drin hatte. Als Gentleman sein zweites Lied anstimmte, machte es plob und ich konnte wieder hören. Muss wohl, die heilende Wirkung des Reggae sein, Also Leute, habt ihr kaputte Ohren, ab aufs Reggaekonzert. Spart die Arztrechung, zumindest bei polnischen Preisen.

Nach 15 Minuten jedoch wurde das Gedränge unerträglich und schnell hatten wir drei uns verloren und ich bekam ne regelrechte Panikattacke, da der Druck so krass stark war, dass ich Angst bekam, weil ich weder vor noch zurück konnte. Meine Beine fingen an zu zittern und ich konnte das Konzert nicht mehr genießen. Zum Glück sah mich ein Security Typ und fragte mich, ob ich über die Barriere klettern möchte. Dankbar verließ ich meinen super Platz und bekam wieder Luft und genoss den Rest des Konzertes aus ein wenig Entfernung. Man konnte trotzdem super sehen, die Halle war gut klimatisiert, es wurde nicht geraucht und man hatte Platz zum Tanzen. Zufällig traf ich auch noch Bekannte aus Kattowice, was sehr witzig war. Leider verging die Zeit viel zu schnell, die Stimmung war einfach klasse und es wurde alle neuen Lieder aber auch die alten Dauerbrenner gespielt, mitgesungen, getanzt etc. Es war echt das beste und angenehmste Konzert, das ich bis jetzt erlebt habe. Nach einer kleinen Suchaktion fanden wir uns alle wieder, mittlerweile war auch Gisela eingetroffen, (eine weitere Freiwillige, die ich aus Warschau kannte). Wir führen per Taxi zu Andreas Wohnung, saßen da noch gemütlich zusammen, hörten komischerweise polnische Weihnachtslieder und quetschten uns dann alle in unsere Ecken auf Isomatten.

Am Samstagmorgen gingen Andreas und ich leckeres Frühstück einkaufen. Die anderen hatten den Luxus sich an einem mit Weintrauben, Brötchen und frischem Kaffee gedeckten Tisch zu setzten und wir genossen es alle in familiärer Stimmung zu frühstücken. Danach bummelten wir durch Breslau, stießen durch Zufall auf das Programm der breslauischen Staatsoper und ergatterten last-minute Karten für 2,50 Euro für ein modernes Ballett, am Abend. Wir schauten uns die wunderschöne Universität an, bummelten am Fluss lang, in die bunte alte Markthalle bis zu einer Kirche in der sich uns ein kitschig schönes Schauspiel bot. Ein altes Ehepaar hatte in einem Nebenraum eine riesige Krippe aufgebaut und bastelte daran immer weiter, zu weihnachtlichen Klängen, leuchteten drehten und funkelten abertausende kleine Figürchen und Bäumchen. Es war kitschig aber doch irgendwie nüllich ;) und ein bisschen kam Weihnachtsvorfreude auf. Danach war eigentlich eine Bootsfahrt geplant, doch die fiel buchstäblich ins Wasser, da wir sich rausstelle im Winter keine Rundfahrten möglich sind. So aßen wir in einem kleinen Restaurant zu Mittag und schlenderten dann zum Rynek, wärmten uns noch kurz in Havanna Club, bei warmen Tee auf und gingen dann zur Oper.

Der Opernbesuch

Ja ja, mit Turnschuhen und Jeans in Ückder Oper Ja ja, mit Turnschuhen und Jeans in Ückder Oper Modernes Ballett Modernes Ballett Es war Premiere und ein bisschen seltsam kamen wir uns schon in Jeans zwischen all den feinen Streifenhörnchen vor. Doch wir wurden absolut zuvorkommend behandelt, zur Garderobe geleitet und es war doch schon etwas feierliches. Es gab vier Balkone und alles war ganz furchtbar himmelblau, rosa-golden mit vielen pausbäckigen Engelchen, doch irgendwie ein Erlebnis. Zu Beginn des Stückes krabbelten wir ganz ungeniert and die Reling an der Seite und hatten eine spitzen Sicht auf Bühne und Orchestergraben. Sie spielten wirklich toll und auch die Erste Hälfte des Ballettes war ganz unterhaltsam, in der zweiten Hälfte wurde es dann ziemlich abstrakt und verwirren, sodass wir alle den faden verloren, sehenswert aber allemal. Ziemlich am Ende flitzten auf einmal zwei nackte Tänzerinnen über die Bühne und wir trauten unseren Augen kaum, ein bedeutungsschwangeres Raunen verlief durch die reihen des polnischen Publikums, doch es stellte sich heraus, dass sich doch durchsichtige Tanzkostüme trugen, also nicht vollkommen nackt waren. ;) Ulkig fand ich, dass nach der Ersten Hälfte alle Tänzer sich schon beklatschen ließen und Blumen bekamen und zum Schluss dann noch einmal. Danach trafen wir Tanja noch in einem Club, wo wir ein paar Bierchen zischten und den Abend ausklingen ließen.

Gemeinsames Frühstück Gemeinsames Frühstück

Sonntagfrüh früh gab’s nochmals Familienfrühstück und dann hieß es „Time to say Goodbye“ und wir fuhren zurück nach Kattowice.

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