Der innere Schweinehund und Theaterkaffee
Freitag
Es herbstet und wird saukalt... Heute wachte ich, wie auch schon die letzten Tage, etwas gerädert und steif auf. Was wirklich! An meinem unglaublich ungewohnt harten und kleinen Bett liegt und nicht an dem schlechten Weinfusel des Franzosen von gegenüber ;).
So entschied ich mich gegen eine Aspirin, kramte obwohl es regnete meine Sportschuhe hervor und lief ’ne kleine Runde, wobei ich sogar einen kleinen Park ganz in der Nähe entdeckte.
Eine heiße Dusche, daran erfreue ich mich jeden Morgen...
Viel energiereicher und ein wenig stolz, bekämpfte ich meinen Schweinehund gleich ein zweites Mal und machte eine ganze Lektion in meinem Polnischbuch. Wenn ich euch jetzt noch erzähle, dass ich auch noch Wäsche wusch, glaubt ihr mir bestimmt kein Wort mehr.
Tandem Meeting - ein Voller Erfolg. Am Nachmittag traf ich mich mit Monika (polnische Theaterwissenschaftsstudentin) in Kattowice. Sie entführte mich in ein total uriges kleines Krypta Cafe versteckt unterm Theater und ich erlebte mein erstes richtige Tandem-Meeting. Es war total super. Erstens weil Monika, die deutsche sowie die polnische Grammatik super drauf hat und mich die erste Stunde sanft zum Polnisch sprechen zwang.
Ich bekam ein Lob für meine Aussprache und hatte am Ende wirklich das Gefühl etwas gelernt zu haben, mit ganz viel Spaß.
Danach wechselten wir ins Deutsche und da sie super Deutsch spricht, konnten wir unsere Konversation auf ganz anderem Niveau fortsetzen. Sie erzählte viel von ihren Erlebnissen in Deutschland und wir tauschten uns über die Vor- und Nachteile eines Lebens in Deutschland und Polen aus.
Interessant fand ich, dass sie findet, den deutschen Studenten stehen so viele Türen offen und Möglichkeiten, von denen sie hier nur träumen kann und wir wissen es kaum wertzuschätzen,
Deswegen kann sie sich nie vorstellen ganz in Deutschland zu leben, denn dort fehlt ihr der Blick für das Glück, was wir haben in so einem reichem, gut organisiertem, sauberen und sicheren Land zu leben.
Sie ist dankbar Polin zu sein, denn was nützt einem das beste Leben, wenn man es nicht als solches erkennt. Witzig fand ich, dass ich genau das grade hier in meinen ersten Wochen in Polen erlebt habe. Denn seitdem ich in meiner neuen Wohnung bin, kann ich mich jeden Tag über meine heiße Dusche, einen Wasserhahn, der nicht nur tröpfelt, oder funktionierende Türschlösser freuen. Es war sehr spannend und interessant, denn sie ist einfach eine starke Frau und ’ne super Lehrerin.
Hab ich echt Glück gehabt.
Ich kam nach Hause, voller neuer Vokabeln, Eindrücken, einem neuen Lieblingskaffe und vielen Adressen und Tipps.








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