Besuch die Dritte, Supermarkt-Glück & Galway
Thomastown, 18. Juni 2009
So, da samma wieder!
Diesmal wollte ich mir nicht soviel Zeit zwischen den Beiträgen lassen, und daher mach ich einfach mal da weiter, wo ich letztes Mal aufgehört habe:
Auf der Hinfahrt nach Galwaya) Meinen Besuchern :)!
Denn nachdem mich meine liebsten Andis am ersten Maiwochenende wieder verlassen mussten, kamen am nächsten Wochenende (8. und 9. Mai) schon mein Bruder Stefan und sein Kumpel Thorsten nach Irland geflogen!
Sollte nur ein kurzer Besuch sein, aber nichtsdestotrotz hat es mich sehr gefreut, dass die beiden da waren: Zunächst habe ich die beiden Samstag nachmittags in Kilkenny getroffen, da beide das dortige Nachtleben erkunden, und daher die erste Nacht in einem dortigen Hostel übernachten wollten. (Der letzte Bus von Kilkenny nach Thomastown fährt um 18 Uhr und Taxen sind seeehr teuer!)
Am nächsten Tag sind die beiden dann mit dem Zug nach Thomastown gekommen, sodass wir den Nachmittag damit verbracht haben zusammen mit meiner Mitbewohnerin Steffi die örtliche Pub – und Takeawayszene genauer unter die Lupe zu nehmen ;). Auch wenn's am nächsten Morgen dann schon um vier Uhr wieder Richtung Deutschland ging, war's doch ein recht amüsanter Kurzbesuch – DANKE :)!
… und da wären auch noch meine doch ach so lebenswichtigen Veränderungen, die sich auch im Mai fortgesetzt haben:
b) "Authentic Southern German Bratwurst" & ein Mann in unserer WG
Veränderung Nr. vier: Schon nach Ostern ist mit der Hundedame Petsi ein weiteres WG-Mitglied eingezogen. Meine Vermieterin ist überaus tierlieb, und hat sich wieder einen Hund zu gelegt. Anfang Mai wurde unsere sog. "Emanzen"-WG dann komplett durcheinander gebracht, in dem mit dem kleinen Hund "Cody" endlich auch mal ein Mann eingezogen ist.
Da waren wir nun zu sechst – und trotz Hundeheulerei am Nachmittag und durch die Küche verstreutes Hundfutter, bin ich jetzt wieder der größte Hundefan geworden :)! Hatte zwar erst Bedenken wegen meiner Allergie, aber mir geht's super und ich hab beiden echt ins Herz geschlossen.
Veränderung Nr. fünf: Nachdem ich acht Monate lang meine Monatseinkäufe immer bei meinem Lidl im 18 km entfernten Kilkenny erledigen muss und dafür immer meine Mitbewohner oder meine Mentorin Roisin um eine Mitfahrgelegenheit+Kofferraum bitten musste, eröffnete am 13. Mai ENDLICH direkt bei mir um die Ecke der nigel-nagel-neue Lidl in Thomastown!!
Ihr glaubt gar nicht wie sehr ich mich gefreut habe! Klar gab es auch schon vorher einen irischen Supermarkt in Thomastown, aber der war - so wie vieles in Irland – einfach nur zu teuer. Daher wurden die Großeinkäufe immer beim um vieles günstigeren Lidl in Kilkenny erledigt.
Immer auf andere Leute angewiesen sein, war aber nicht so genial – und jetzt liegt mein Eldorado quasi direkt um die Ecke: Salami von Sieckendiek, "Southern German Bratwurst" und Co zum Greifen nahe. Ich finds "krass konkret geil"!
c) Galway: Orchesterausflug + Connemara-Tour (16. bis 19. Mai)
Ja, mein Mai war recht ausgefüllt mit vielen schönen Dingen, sodass – gleich nach der Lidl-Eröffnung ;) - für mich ein langes Wochenende im Westen von Irland angesagt war: Auf ging's nach Galway!
Mit dem Kilkenny Youth Orchestra fuhr ich am 16. Mai auf eine sog. "Konzertreise", die aber letztlich nur zwei Tage dauerte. Nachdem wir Samstag morgens mit dem Bus von Kilkenny aus gestartet sind, kamen wir schon gegen Nachmittag in Galway an, wo wir am Abend ein kleines Konzert in einer Grundschule gegeben haben. Das Konzert sollte vielmehr als Probelauf für unser Abschlusskonzert eine Woche später in Kilkenny gelten, und das Publikum in der kleinen Schul-Turnhalle bestand überwiegend auch nur aus ca. 30 Eltern, deren Kinder im Schulchor saßen – aber es war schon knuffig wie stolz die Kleinen waren, als sie gemeinsam mit dem Orchester "The leaving of Liverpool" zum Besten gaben.
Den Abend haben wir dann noch damit verbracht in einem Shopping-Center zu verbringen und später ging's dann auch schon ins Hotel, da die anderen größtenteils unter 18 sind. War für mich aber letztlich mal eine gute Gelegenheit wirklich Leute aus meinem Orchester kennen zu lernen, da ich in den letzten Monaten meistens nur Kontakt zu einer kleinen Gruppe von Mädels (von ca. 54 Jugendlichen!)hatte.
Ziemlich schade, dass der berühmte "Knoten" erst mit dem Ausflug richtig geplatzt ist, und ich mich als "Orchester-Oma" (die anderen sind zwischen 13 und 18) wirklich mit vielen Jüngeren sehr gut verstanden habe – denn mit dem Konzert in der darauf folgenden Woche war das "Orchester-Jahr" schon wieder vorbei.
Naja, besser spät als nie, und
Kilkenny Youth Orchestra meets busdrive Pedro: Unser Held :)!!so konnte ich am nächsten Morgen immerhin zu einigen Leuten "Tschüß! Bis nächste Woche!" sagen, als ich mich nach dem Frühstück in Richung Stadtzentrum aufmachte, um mein Hostel für die nächsten zwei Nächte zu beziehen bzw. zu finden. (Der Rest des Orchesters ist gegen Nachmittag wieder nach Hause gefahren!)
Den Sonntag habe ich dann damit verbracht, mir Galway City bei strömenden anzugucken – wobei ich ehrlich gesagt von der Stadt nicht so begeistert war. Jeder hat mir überwiegend von der Stadt und seinem irischen Flair vorgeschwärmt, doch außer der vielen urigen Pubs, hat mich der Rest ehrlich gesagt nicht vom Hocker gehauen.
Es ist sehr schade, dass die Iren das Stadtzentrum in den letzten Jahren mit zu vielen hässlichen Neubauten zugepflastert haben, und so findet man z.B. plötzlich alte Stadtmauern vor, die in neue Shoppingcenter integriert wurden.
Dennoch hatte die Stadt auch einige schöne Ecken, und die dortigen Pubs sind wirklich ein Besuch wert.
Am nächsten Tag war es dann soweit: Meine deutsche Touristenseele durfte endlich höher schlagen – denn: Es ging auf eine Bustour nach Connemara!
Connemara ist wohl eine der Gegenden von Irland, die mit ihrer Landschaft die "grüne Insel" so weltberühmt macht.
Und auch wenn es mal wieder nur geregnet hat, der Busfahrer nur schlechte Witze gerissen hat und zudem noch ein Hawaiihemd-tragender Amerikaner am Meckern war, hat es sich auf alle Fälle gelohnt: Wir haben viele alte Ruinen, das Dörfchen Cong, Kylemore Abbey und einfach nur die vielen schönen Seen und Hügel einer Gegend gesehen, in der viele Iren sogar noch Irisch als Muttersprache sprechen.
Da ich mal wieder ganz intelligent war, hatte ich natürlich am Abend vorher auch daran gedacht, den Akku meiner neuen Digi-Cam aufzuladen, um diese auch mit auf die Bus-Tour zu nehmen. Meine Kamera war auch dabei, nur mein Akku lag noch ganz gemütlich im Hostel...
Dennoch konnte ich dank meiner Bus-Sitznachbarin Jessy, die eine zweite Cam dabei hatte und die Fotos für mich später online gestellt hat, einige Bilder machen.
So, genug gelabert – hier ist der dazugehörige Link. Angucken und genießen :)!
Mein langes Wochenende hat dann damit geendet, dass ich am Dienstag morgen mit dem Bus nach Limerick gefahren bin, wo ich auf meine Mitfahrgelegenheit nach Thomastown gewartet habe: Piroska, meine Mitbewohnerin, war zusammen mit ihrer deutschen Großtante Renate auch auf einer kleinen Rundreise an der Westküste gewesen, und konnte mich am Nachmittag (mit zwei Stunden Verspätung) mit einem Zwischenstopp beim "Rock of Cashel" so in Richtung irische Heimat geleiten.
(Der "Rock of Cashel" ist übrigens eine alte Burg, die auf einem riesigen Felsen errichtet wurde, und somit einen imposanten Anblick bietet.)
Auch wenn ich an dem Wochenende wirklich viel gesehen und erlebt habe, war ich dann doch letztlich froh wieder in Thomastown anzukommen. Irgendwie hab ich hier wohl doch irgendwie ein zweites zu Hause gefunden :)!
Ansonsten geht es mir momentan sehr gut. Entgegen aller irischer Erwartungen haben wir einen richtigen Sommer mit viel Sonnenschein Temperaturen, die sogar mal bis an die 30 Grad gingen.
Unser eigentliches Kindergartenjahr geht mit dem 30. Juni auch schon zu Ende, und bei dem Gedanken, dass ich "meine" Kinder nur noch 2,5 Wochen um mich herum habe, wird mir schon ganz komisch.
Unglaublich wie oft ich über die Arbeit geflucht habe – und mir die Balgen dann doch irgendwie ans Herz gewachsen sind...
Will das jetzt alles nicht schön reden: Definitiv hat es viele Momente gegeben, in denen ich alles hin schmeißen wollte – und ich sehe meine Zukunft auch nicht im Kindergarten. Oftmals kam ich mir so nutzlos wie nur möglich vor – aber wenn man dann zu einem fünften Geburtstag mit Hüpfburg + Hannah-Montana-Tanzeinlage eingeladen wird, hat man doch das Gefühl nicht alles falsch gemacht zu haben :).
Meld mich wieder – ist nämlich noch viel mehr passiert :)!!








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