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Tagebücher

Allein, allein...Danzig!

09. März 2008

Kurz nachdem ich aus Budapest zurück war passierte das, wovor glaub ich jeder, der im Ausland lebt, am meisten Angst hat. Ich bekam die Nachricht, dass meine über alles geliebte und einzige Oma verstorben war. Ich will dies nicht lang und breit erzählen, da es nicht so einfach ist darüber zu schreiben, aber es war eine scheiß Situation. Ganz alleine in Polen! Und doch überlebt man das irgendwie und lernt mit dem Schmerz und Verlust erst mal alleine klar zu kommen. Nach drei Tagen bin ich dann nach Hause gefahren und verbrachte die Zeit bis zur Beerdigung mit meiner Familie. Das machte alles leichter. Und zusammen lenkten wir uns zum Beispiel durch Fahrradtouren ab.

Fahrradtour zum Tannenhausener See Fahrradtour zum Tannenhausener See

Ich fuhr dann direkt nach Hamburg zu meiner lieben Eva, bei der ich eine Nacht übernachtete. Sie kochte für uns einen riesen Bauerneintopf nach eigener Kreation, der im Prinzip auch ganz gelungen war, jedoch eines der Gewürze hinterließ einen etwas sehr penetranten Nachgeschmack. (Wir munkelten ob es vielleicht das Gras ihrer Mitbewohnerin war. ;) Man weiß ja nie.) Es war auf jeden Fall ein langer lustiger Abend und am nächsten Morgen spazierten wir zum Schanzenviertel um dort bei schönem Sonnenschein lange zu frühstücken.

Danach machte ich mich auf den Weg zum Lübecker Flughafen. Mein Plan mir die lange Busfahrt zu ersparen ging nicht ganz auf, da mein Flug drei Stunden Verspätung hatte. Super, von den blöden Entschuldigungschips der Fluggesellschaft konnte man sich grade mal einen Cappuccino im überteuerten Café leisten und so schlug ich mit Lesen die Zeit Tod.

Der Steg bei Nacht in Zopott Der Steg bei Nacht in Zopott

Endlich landete ich dann gegen zehn Uhr in Danzig und musste noch mit dem Bus in die Stadt, wo Tanja (Freiwillige in Danzig) mich dann abholte. Leider waren wir nun zu spät für eine Geburtstagsparty und so gingen wir in einen Club, ganz bei ihr in der Nähe. Das "absinthe", benannt nach einem extrem starken polnischem Getränk. Übernachten tat ich in ihrer gemütlichen Dachkammer.

Am nächsten Morgen wurde erst mal ausgeschlafen und mittags frühstückten wir gemütliche mit Milchkaffe und Müsli. Dann schauten wir uns die unheimlich schnuckelige Altstadt von Danzig an.

Am Nachmittag kam dann noch Fredek, der Coordinator der Organisation „Wir deutsche Minderheiten in Polen“ und er lud uns zum Abendessen nach Zopott ein. Zopott zusammen mit Gdingen und Danzig bildet die Trofmiasto (Dreistadt). Zopott liegt direkt an der Küste und so schlürften wir aufgrund des Unwetters, erst mal einen heißen Kakao in einem total urigen Café "Joseph K ". Es war total verrückt eingerichtet und verkaufte nur Bioprodukte und fairtrade. Miten im Café stand ein vertrockneter Baum und an unserem Tisch war eine kleine Schublade, in der man allerlei entdecken konnte. Passfotos, kleine Gedichte auf Servierten geschrieben, oder Apelle.

Was ein Schwesterküsschen so bewirken kann. Was ein Schwesterküsschen so bewirken kann.

Aufgewärmt wagten wir uns auf den langen Pier bei Zopott, der 500 Meter ins Meer führt. Es war sehr windig und stürmisch , sodass wir froh waren, als wir da kleine Restaurant "Rucola" erreichten. Ein Geheimtipp. Das Essen war fantastisch: wir bekamen Oliven zum Aperitif und tollen argentinischen Wein. Wir unterhielten uns sehr gut und nach dem Essen gingen wir in die "Paprika" ein zum Partyschuppen ummontiertes Haus.

Am Sonntagabend fuhr Fredek wieder ab und Tanja und ich gingen ins Kino. Wir schauten den grade preisgekrönten Oscargewinner "No Country for old Man " und abgesehen davon, dass ich enorme Probleme hatte den texanischen Akzent zu verstehen, fand ich den Film einfach nur scheiße. So was von typisch amerikanisch. Viel Blut, viel Schießerei und einen leicht ekeligen Touch.

Meine Power Mama Meine Power Mama

Am Montag früh trafen wir dann Ugur (Türkei) und Franzi (Deutschland) und fuhren mit den beiden zum Mid-Tterm-Meeting in die kleine Geburtsstadt Kopernikuses, Torun.

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