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Tagebücher

Adventsvorfreude und Andrezjk

29. November 2007

Donnerstag 29.11.07

Nicht, dass das jetzt zur Regel wird, aber heute morgen wurde ich abermals von dem lieblichen Singsang meines Telefons geweckt: Es war Ivonna, die mir sagte, dass leider die Debatte, auf welche ich seit drei Wochen hingearbeitet hatte, kurzfristig nicht heute stattfinden könnte, da die Schüler ihr vor zwei Tagen gesagt haben, dass sie mehr Zeit brauchen. Schön, dass man das dann um halb acht nach zwei Tagen erfährt. Ich hatte Kuchen gekauft und hatte eigentlich geplant nach der Debatte ganz schön so ein kleines Teevoradventsreffen machen. Nicht nur, dass die ganze Planung baden ging, ich durfte auch noch mal auf die Schnelle eine neue Stundenvorbereitung machen. Ich beschloss aber, mir, nicht so wie gestern, den Tag vermiesen zu lassen. Machte eine Yoga Übung (echt wahr, hat geholfen) und beschloss dann trotzdem das Adventsvortreffen zu machen. Ich bereitete ein Arbeitsblatt übers Schengenabkommen vor, da Polen ja am 21. beitritt und daher relevant für uns hier ist. (Übrigens, ich fahr am 20. Dezember nach Deutschland, also praktisch letzte Fuhre, die noch kontrolliert wird!)

Es wurde auch wirklich schön, auch wenn mein Schokotee und der Kuchen eventuell ein kleines bisschen dem Schengenabkommen die notwenige Aufmerksamkeit stahlen. So wurde halt auch ein wenig über Weihnachtstraditionen ausgetauscht.

Einen ersten Eindruck bekam ich am Abend beim “Andrzejki” Treffen. Das ist eine spezielle Tradition hier. Man trifft sich bei Keksen und Tee und spielt allerlei Wahrsage-Spielchen und lässt sich in die Zukunft schauen. Apfelschalenschmeißen, Wachsgießen und Herzstechen sind nur einige der Spiele, ein bisschen war ich an Sylvester-Traditionen erinnert.

Elspeth Elspeth

Wieder in Sosnowiec kam Elspeth zu mir, denn heut Abend war “Erasmus-Karaoke” Party in ANTIDOTUM, unserem Klub. Wir schleusten sie an meiner Anstandsempfangsdame heimlich vorbei, denn eigentlich muss man Gäste anmelden und zahlen.

Der Abend war super, wir waren eine nette Truppe, die Musik bestand aus Oldies, wie immer, (in Polen ist irgendwie überall immer 90er-Party), aber wir tanzten richtig ab und besonders als ein Rocksong kam und wir lauthals mitsingen konnten.

Danach klappte, dass Reinschleichen leider nicht so gut, die Tür war versperrt und wir flogen auf. Mein Versuch “Nier Rozumiem”, (heißt: nix verstehen) kam gar nicht so gut an und ich verscherzte es mir ein wenig mit meinem Empfangsdrache, doch am Ende drückte sie noch mal ein Auge zu.

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