26. bis 29. September: “The Erasmus week”
Die letzen Tage verliefen weiterhin nach dem selben Schema: frühes Aufstehen, Bus nach Kottowice, dann drei Stunden Sprachunterricht. Wobei die Teilnehmerzahl zum Ende der Woche stetig weiter schrumpfte, da in den Studentenwohnheimen immer ordentlich gefeiert wurde. Der Sprachunterricht ist trotzdem immer sehr witzig. Da wir eine internationale Gruppe sind, gibt jeder den Wörtern seinen eigenen nationalen Charme. Polnisch an sich ist ja schon recht lustig anzuhören, aber mit französischem, spanischem oder lettischem Akzent wirklich bühnenreif. Besonders die Lehrerinnen amüsieren sich prächtig. Die polnische Sprache ist aber wirklich ein unendlicher Zungenbrecher, die einfachsten Wörter sind unglaublich schwer auszusprechen. Wie würdet ihr Zum Beispiel „Dziewiecdziesiat“ (Neunzig) aussprechen? Wirklich viel kann ich noch nicht sagen, aber ich freu mich immer wenn ich jetzt schon einige Wörter hier und da verstehe. Die Mittagspause verbrachten wir immer in unserem mittlerweile Lieblings-Vegetarisch-Restaurant. Die vegetarische Küche ist hier total verbreitet und angesagt und zudem noch sehr billig.
Beim Mittagessen mit Cindy und den anderen in unserem gemültichen Restaurant in Kattowice :)
Das Nachmittagsprogramm war sehr gemischt. Mal hatten wir polnische Landeskunde; dort lernten wir wie man in Polen Weihnachten und Ostern feiert. Etwas merkwürdig war es schon, Mitte September Ostereier und Girlanden zu basteln und dabei Weihnachtslieder zu singen, aber langweilig wird’s bestimmt nicht. Grade weil man so viele Leute aus Ländern kennen lernt, von denen man kaum je gehört hat. Aus Lettland, Slowakei und Finnland zum Beispiel, erfuhr man auch viel über deren Kultur und Bräuche. Hauptverständigungssprache ist Englisch, oft aber auch Französisch und besonders „Handfüßisch“ ist sehr angesagt.
Freitagabend . “The unexpected sleepover nite”
Freitagabend hatte ich mit Eni eine Movienite bei mir geplant, zu der wir Dominik, Ania und Magda einluden. Wir kochten zusammen Spagetti und quetschten uns dann zusammen in mein Zimmer und schauten bei deutscher Schokolade und polnischem Bier, aller Geschmacksrichtungen, gemütlich Filme und quatschten. So gegen zwei Uhr waren wir dann alle ziemlich müde und wollten ins Bett gehen. Ich wollte meine Gäste also zur Tür geleiten, als Eni so zur mir sagt: „Boah, ich bin todmüde, wo kann ich mich hinlegen?” Scherzhaft erwiderte ich: „Kannst ja in Jérémies Bett schlafen.“ Sie guckte mich nur komisch an und meinte: „Aber da schlafen doch Dominik und Ania.“ In dem Moment kam mir Dominik mit seiner Zahnbürste entgegen. So erfuhr ich das alle bei mir übernachten würden, denn was für die Anderen von vorneherein klar gewesen war, da ja so spät kein Bus mehr fährt, hatte ich total vergessen, Bravourös überspielte ich meine Überraschung, denn da wir das nicht thematisiert hatten, war ich davon ausgegangen, dass alle wieder nach Hause fahren würden. Naja, etwas peinlich war es mir schon, da ich nichts vorbereitet hatte und am nächsten Morgen alle um sieben Uhr rausschmeißen musste, da ich nach Krakau aufbrechen musste. So verbrachte ich die Nacht zu dritt in meinem Bett, schlief ziemlich schlecht und musste die ganze Zeit grinsen, da ich immer das Bild von Dominik im Kopf hatte, der mit Zahnbürste aus meinem Bad kam und mir verkündete er würde jetzt schlafen gehen. Naja, fürs nächste Mal bin ich gewappnet ;).









Kommentare
Bisher gibt es noch keine Kommentare.