Aktion

Sarkozy, notre président

02. November 2009

Präsident: ein großes Wort, verbunden mit großer Verantwortung. Keine leichte Aufgabe, ein Land zu regieren und zu schauen, dass es der Wirtschaft, den politischen Beziehungen und dem Volk gut geht.

Selbstverständlich kann kein Staatsoberhaupt allen diesen Parametern gerecht werden oder allen Bürgern gleich sympathisch sein. Trotzdem ist die Meinung über den ersten Mann der Grande Nation erschreckend. Anstatt stolz auf ihren Präsidenten zu sein, kritisieren die Franzosen diesen sehr hart. Die Meinungen spalten sich nicht groß: Sarkozy ist an aller Misere Schuld. Ob in Bezug auf Studiengänge, Steuern oder Führerausweis, der Staatsmann scheint es keinem Recht machen zu können. Vor allem unter den Jungen ist er überhaupt nicht beliebt. Spöttisch wird über seine kleine Körpergröße hergezogen. Selbst von seiner Geliebten wird er hinsichtlich der Zentimeter übertroffen. Carla Bruni ist ohnehin das Einzige, das dem Präsidenten noch etwas Respekt verschafft, also durchaus seine "bessere Hälfte". Es wird gar nicht genauer nach Gründen oder Argumenten gesucht. Auch ohne sich genau zu informieren steht fest: "Unser Präsident ist an allem Schuld!" Nostalgisch wird dem ehemaligen Staatsoberhaupt Jaques Griac nachgetrauert und plötzlich schwinden dessen Fehler.

Sarkozy verändert durch Reformen viele Dinge in seinem Land. Ob dies die Grande Nation schließlich weiter bringt oder stagnieren lässt, ist natürlich die Frage. Ein Grossteil des Volkes ist sich einig: vieles kommt zu spät oder bringt nichts.

Um dem ersten Mann seine Meinung auszudrücken, hoffen die Franzosen fortwährend auf die Durchsetzung ihrer Forderungen durch Streiks. In Domänen wie Fernverkehr oder Gewerkschaften sind diese mittlerweile schon aller Welt bekannt. Doch abenteuerlich sind Streiks an Universitäten oder Schulen gegen eine Reform, die den Lehrpersonen wohl nicht gefällt. Oft wird tagelang alles ohne wirklichen Erfolg lahm gelegt, um dann ohne Änderung den Alltag wieder aufzunehmen. Frankreich befindet sich in einem wichtigen Entwicklungsprozess. Vielleicht wird sich die Meinung über Sarkozy noch ändern oder sein Wahlerfolg wird beim nächsten Mal kleiner sein.

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